Die Richtung schien lange eindeutig: Der Weg führt weg vom Mythos und den legendären Erzählungen über Entstehen und Vergehen der Welt, die Götter und Dämonen hin zum Logos, also zur aufgeklärten und vernünftigen Sicht auf die Welt. Wie in der Philosophie gab es auch in der Theologie den Versuch einer radikalen Entmythologisierung: Für den naturwissenschaftlich denkenden Menschen sei das mythologische Weltbild samt einer Vorstellung vom Ende, vom Erlöser und der Erlösung vergangen und erledigt, die Bibel entsprechend rein rational auszulegen. C.G. Jung kritisiert dies als chronischen Bildersturm und eine erschreckende Symbolarmut. Er nennt den meist unbewussten Mythos „seit Urzeit errichtete Mauern, welche später zu den Fundamenten der Kirche werden“.

Ablauf jeden Dienstag: 19.30 Uhr Tee und Gebäck zum Ankommen, 20.00 Uhr Programmstart, 21.30 Uhr Verweilmöglichkeit bei einem Glas Wein oder Wasser und Brot

Ort : Ulm, St. Georg – Unterkirche, Beethovenstr. 1
Referent/in : Birgit Schultheiß, Melanie Zink und Dr. Wolfgang Steffel
Kosten : Eintritt frei
Veranstalter : Kath. Dekanatsgeschäftsstelle Ehingen-Ulm

Dienstag, 11. Dezember 2018, 19.30 – 21.30 Uhr
Mythen als Bilder der Seele
Die Archetypen bei C.G. Jung und die Visionen des Bruder Klaus

Dienstag, 22. Januar 2019, 19.30 – 21.30 Uhr
Sündenfall, Sintflut und Turmbau zu Babel
Die mythologische Dimension biblischer Erzählungen

Dienstag, 19. Februar 2019, 19.30 – 21.30 Uhr
Jesus als Held
Frühchristliche Auseinandersetzung mit den griechischen Göttern

Dienstag, 19. März 2019, 19.30 – 21.30 Uhr
Der Logos des Mythos und der Mythos des Logos
„Entmythologisierung – ein sicherlich unbefriedigendes Wort!“ (Rudolf Bultmann)