Pfingsten

Ausstellung Mercan Fröhlich

Ausstellung auf dem Kirchplatz St. Michael zu den Wengen!

Die Augsburger Fotokünstlerin Mercan Fröhlich stellt vom 22.05. – 11.06.2021 vor der Ulmer Wengenkirche ihre Ausstellung SPIRIT – dann werdet ihr lebendig aus. Sie setzt sich kreativ mit dem Thema auseinander und reagiert auf den Stillstand, der seit Corona Alltag geworden ist. Durch die Pandemie erleben wir das alltägliche Leben der Gesellschaft, der Stadt und unserer Kirchen in der Lähmung. Alles Lebendige ist erstarrt: die Geschäfte und Museen sind geschlossen; die Religionsgemeinschaften können sich nicht zu Gottesdiensten versammeln; die Bevölkerung ist aufgerufen, daheim zu bleiben.

Mercan Fröhlich hat diese allgemeine Erstarrung als eine Chance genutzt – aus ihrer persönlichen Lähmung heraus zu gelangen, um ihrem Leben wieder neue Bewegung und einen neuen Geist zu verschaffen. Sie tritt mit ihren Bildern aus den gewohnten geschlossenen Museumsräumen in den öffentlichen Raum. Mitten im Stadtleben kann Kunst nun erlebt werden. Im flüchtigen Passieren oder Verweilen kann man in den Dialog treten die Fotokunst zu betrachten und mit dem alttestamentlichen Prophetenwort des Ezechiels: „Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig.“ (Ez 37, 14) zu deuten. Diese Auseinandersetzung kann die erlebten Grenzen öffnen, indem man sich innerlich öffnet für eine spirituelle Entdeckung meiner Selbst.

Joseph Beuys setzte sich zeitlebens mit der Materialität und der Spiritualität auseinander. Für ihn sollte die starre Plastik aus Materie in eine gesellschaftliche Skulptur münden. So empfand er die Bewegung als sein Lebenselexier. Die Ausstellung will dazu verhelfen, die persönliche Erstarrung durch die Bewegung zu durchbrechen und entgegen der Ausweglosigkeit neue Wege nach vorne zu wagen…

Vikar Fabian Ploneczka

Bild/ Copyrights: Mercan Fröhlich

Liebe Gemeinde

von St. Georg und St. Michael zu den Wengen!

Ein Paukenschlag zu Fronleichnam

In diesem Jahr können wir uns aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie in gewohnter Weise zum Fronleichnamsfest auf dem Marktplatz in Ulm versammeln. Wir werden daher Fronleichnam in unseren Kirchen feiern müssen. Und vielleicht ist es auch angebrachter in diesen für alle Menschen- und auch für die Kirche – schweren Zeiten, andere Zeichen wirken zu lassen und auf eine pompöse Prozession zu verzichten.

Wer in diesen Tagen über den Jakob-Griesinger-Platz – vor der Wengenkirche – geht, der wird dort ein Bild der Fotokünstlerin Mercan Fröhlich entdecken, das an die tanzende Miriam erinnert. Miriam nimmt eine Pauke in die Hand und alle Frauen ziehen hinter ihr her. Sie singen das Siegeslied auf das Königtum Gottes (Ex 15).

Fronleichnam heißt so viel wie „des Herren Leib“. Das meint nicht, dass der „Leib des Herrn“ in der Monstranz nur von „Herren“ getragen werden muss. Maria hat als erste Frau den Leib des Herrn getragen. Das Bild der tanzenden Miriam, die die Pauke schlägt und die Prozession der Frauen anführt, erinnert mich andie vielen Frauen, die in diesen Tagen lautstark ihre Stimme erheben, um für die gleiche Würde von Frauen und Männern in der Kirche einzutreten. Das ist ein Zeichen der Zeit und die Amts kirchesollte es ernst nehmen. Sie darf nicht länger die Frauen mit Lippenbekenntnissen vertrösten. Die Kirche muss weltweit als eine Gemeinschaft erfahren werden, in der Frauen und Männer mi tgleicher Würde in das Lob des Herrn einstimmen. Warum sollte deshalb nicht im kommenden Jahr, wenn wir wieder eine Prozession abhalten können, eine dazu beauftragte Frau die Monstranz tragen dürfen? Oder wir tragen eine leere Monstranz vor uns her, die uns symbolisch darauf aufmerksam machen kann, dass wir alle – Frauen und Männer – Monstranz sind, jene, die den Leib des Herrnempfangen haben und in sich tragen.

Ihr
Pfarrer Dr. Michael Estler
mit dem Pastoralteam